
Rohrmühle
Polysius bietet Rohrmühlensysteme für die Trocknung und Mahlung unterschiedlichster Materialien.
Die Wahl des geeigneten Systems erfolgt in Abhängigkeit verschiedener Parameter wie Aufgabestückgröße, Mahlbarkeit sowie Feuchte und Trocknungsverhalten des Rohmaterials.
Übliche Anlagenschaltungen sind:
- AG/SAG-Mühle + Einkammer-Mühle oder Zweikammer-Sichtermühle
- Brecher + Einkammer-Mühle oder Zweikammer-Sichtermühle
- Brecher + Luftstrom-Mühle
- Brecher + DOPPELROTATOR®
Rohrmühlen können im offenen oder geschlossenen Kreislauf betrieben werden. Beim offenen Kreislauf entfallen Nebenaggregate wie Sichter und Becherwerk: das minimiert Investitionskosten und Wartungsaufwand. Der geschlossene Kreislauf bietet verfahrenstechnische und energetische Vorteile. Rohrmühlen werden mit Mahlkörperfüllungen (Kugeln, Stäbe, Cylpebse) von ca. 30 % betrieben.
Umfangreiches Verfahrens- und Anlagen-Know-how (seit 1880 werden bei Polysius erfolgreich Mahlanlagen konstruiert und gebaut) sowie zahlreiche Untersuchungsmöglichkeiten, wie anwendungsspezifische Versuchsmahlungen im Forschungs- und Entwicklungszentrum, unterstützen die optimale Auslegung.
Luftstrom-Mühle
Luftstrom-Mühlen mit einer Mahlkammer übernehmen die Mahlung sehr feuchter Materialien, wobei für die Trocknung in der Trockenkammer große niedrig temperierte Gasmengen nutzbar sind.
Es können Erze bis zu einer Stückgröße von 15 mm (in Sonderfällen bis 30 mm) und einem Feuchtegehalt bis 15 % aufgegeben werden.
Das Mahlgut wird pneumatisch aus der Mühle ausgetragen und im Gasstrom dem Hochleistungs-Sichter zugeführt. Sichter-Grobgut wird der Mühle zur weiteren Mahlung wieder zugeführt.
Die Mahlanlage ist staubfrei, da sie wegen des pneumatischen Materialtransportes komplett im Unterdruck arbeitet. Da es keine Staubablagerungen (wie bei Becherwerks-Umlaufmühlen) gibt, eignet sich die Luftstrom-Mühle insbesondere zur Mahlung von Kohle.
Einfache Anlagenkonzeption und niedrige Investitionskosten kennzeichnen die Luftstrom-Mühle.
Einkammer-Mühle
Einkammer-Mühlen eignen sich zur Zerkleinerung von Aufgabegut mit Stückgrößen bis 15 mm, in Sonderfällen bis 30 mm und Feuchten bis 6 %.
Zur Trocknung des Mahlguts kann die Einkammer-Mühle mit einer Vortrockenkammer ausgestattet werden.
In Gegensatz zur Luftstrom-Mühle wird das Mahlgut mechanisch über eine Endaustragswand ausgetragen und einem dynamischen Sichter zugeführt. Sichter-Grobgut wird der Mühle zur weiteren Mahlung wieder aufgegeben.
Da der Materialaustrag aus der Mühle auf mechanischem Weg erfolgt, wird der Energieaufwand für den Materialtransport gegenüber der Luftstrom-Mühle minimiert.
Zweikammer-Sichtermühle
Zweikammer-Sichtermühlen können Erze bis 30 mm Stückgröße und 6 % Feuchtegehalt aufgegeben werden. Der Aufbau des Mahlkreislaufes entspricht dem der Einkammer-Mühle.
Die erste Mahlkammer (mit Hubpanzerung und großen Mahlkörpern ausgestattet) dient der Grobzerkleinerung. Die zweite Mahlkammer übernimmt mit kleineren Mahlkörpern die Feinmahlung und besitzt eine Klassierpanzerung. Beide Kammern sind durch eine Trennwand voneinander abgegrenzt.
Der spezifische Arbeitsbedarf einer Zweikammer-Sichtermühle ist im Vergleich zur Einkammer-Mühle um ca. 5 % geringer.
DOPPELROTATOR®
Der DOPPELROTATOR® (eine Mittenaustrags-Mühle ) wird zur Mahlung selbst härtester und abrasivster Materialien eingesetzt; große DOPPELROTATOR®-Anlagen übernehmen beispielsweise die Mahlung von extrem abrasivem Golderz. Die Aufgabestückgrößen können bis 50 mm betragen - in Sonderfällen auch mehr. Zudem kann der DOPPELROTATOR® mit großen Gasmengen zur Trocknung von sehr feuchtem Material (bis 12 % Feuchtegehalt) eingesetzt werden.
Kennzeichnend für DOPPELROTATOR® -Zerkleinerungsverfahren sind die Verfahrensschritte Trocknen, Vormahlen, Zwischensichten, Feinmahlen und nochmaliges Sichten:
Durch den zwischen Grob - und Feinmahlkammer angeordneten gemeinsamen Mittenaustrag wird das Material pneumatisch und mechanisch ausgetragen sowie zwischengesichtet und das Feingut abgeschieden. Ein großer Teil der Sichtergrieße wird der Feinmahlkammer zur weiteren Mahlung aufgegeben; der restliche Anteil wird der Grobmahlkammer zur Verbesserung des Mahlgut-Fließverhaltens wieder zugeführt.
Das in der Feinmahlkammer zerkleinerte Gut wird ebenfalls durch den Mittenaustrag ausgetragen und gesichtet.
Die zur Trocknung und zur Mühlenbelüftung notwendigen Heißgase werden zum größten Teil durch die vorgeflanschte Trockenkammer und die Grobmahlkammer gezogen und über den Mittenaustrag abgezogen. Im Gegensatz zu einer Zweikammer-Sichtermühle kann die Feinmahlkammer beim DOPPELROTATOR® daher geringer belüftetet werden und bietet somit optimale Bedingungen für den Mahlprozess. Desweiteren ergibt sich ein geringerer Druckverlust.
Die Aufteilung in zwei Mahlkammern und die Zwischensichtung ermöglichen die optimale Anpassung an die Erfordernisse der Grob- und Feinmahlung für das jeweilige Mahlgut. Der DOPPELROTATOR® hat daher den niedrigsten spezifischen Energiebedarf im Vergleich zu anderen Rohrmühlen und zeichnet sich durch geringere Verschleißraten gegenüber konventionellen Zweikammer-Mühlen aus.
|







